Montag, 29. August 2011
Klima=Wetter oder Wetter=Klima?
erasmus von meppen, 11:45h
"Klima" sei etwas ganz anderes als "Wetter", sagen die Schlauberger immer, wenn jemand bezweifelt, dass man vorhersagen kann, wie das Wetter im Jahre 2100 sein wird. Der "Zweifler" besitze ja nicht einmal die primitivsten Grundkenntnisse und solle die Klappe halten, wenn Erwachsene sich unterhalten.
Dabei liegt der Zweifler vollkommen richtig: Das Wetter regnet oder scheint einem auf den Kopf; das Klima befindet sich hingegen im Kopf.
Was ist nämlich das Klima? Es ist das durchschnittliche Wetter im Zeitraum von mindestens 30 Jahren - also ein rein statistisches Konstrukt. Ohne Wetter kein Klima. Umgekehrt gilt das aber nicht, denn die Meteorologie ist eine empirische Wissenschaft. Wer behauptet, das Wetter leite sich aus dem Klima ab, darf mit Recht als Begründer der platonischen Meteorologie gelten - oder vielleicht der hegelianischen.
Egal wie das Klima sich entwickelt; auch im Jahre 2100 erscheint es überall nur als (lokales) Wetter.
Während das Klima also vom Wetter abhängt, kommt das Wetter sehr gut ohne Klima aus. Es macht einfach, was es will.
Natürlich behaupten die Klimaforscher nicht, das konkrete Wetter im Jahr 2100 voraussagen zu können, sondern nur statistische Trends und "Klimazustände". Schon im Wetter herrscht aber das Chaos; man kann es nur kurzfristig vorhersagen. Bringt nun die Unterscheidung von Klima und Wetter Ordnung ins Chaos? Wie man's nimmt:
"In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir erkennen, dass wir es mit einem gekoppelten nichtlinearen chaotischen System zu tun haben, und dass deshalb eine langfristige Vorhersage zukünftiger Klimazustände nicht möglich ist", lautet eine vielzitierte Passage aus dem 3. IPCC-Report von 2001.
Man kann weder das Wetter noch das Klima langfristig vorhersagen. Der "Zweifler" liegt also richtig, auch wenn er sich nicht ganz korrekt ausdrückt. Die Spitzfindigkeit des Schlaubergers ist hingegen völlig unangebracht, sofern sie über eine bloß terminologische Korrektur hinausgeht. Er merkt nämlich nicht, dass "Klima" ein Derivat aus vergangenem Wetter ist, und tut so, als sei es wurscht, ob man etwas im Nachhinein berechnet oder in die Zukunft projiziert.
Der Schlaue ist also wieder mal der Dumme, denn er hat nicht die geringste Ahnung von den Problemen, die schon bei der Ex-Post-Analyse auftreten - ganz zu schweigen von den Kalamitäten einer Prognose.
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Dabei liegt der Zweifler vollkommen richtig: Das Wetter regnet oder scheint einem auf den Kopf; das Klima befindet sich hingegen im Kopf.
Was ist nämlich das Klima? Es ist das durchschnittliche Wetter im Zeitraum von mindestens 30 Jahren - also ein rein statistisches Konstrukt. Ohne Wetter kein Klima. Umgekehrt gilt das aber nicht, denn die Meteorologie ist eine empirische Wissenschaft. Wer behauptet, das Wetter leite sich aus dem Klima ab, darf mit Recht als Begründer der platonischen Meteorologie gelten - oder vielleicht der hegelianischen.
Egal wie das Klima sich entwickelt; auch im Jahre 2100 erscheint es überall nur als (lokales) Wetter.
Während das Klima also vom Wetter abhängt, kommt das Wetter sehr gut ohne Klima aus. Es macht einfach, was es will.
Natürlich behaupten die Klimaforscher nicht, das konkrete Wetter im Jahr 2100 voraussagen zu können, sondern nur statistische Trends und "Klimazustände". Schon im Wetter herrscht aber das Chaos; man kann es nur kurzfristig vorhersagen. Bringt nun die Unterscheidung von Klima und Wetter Ordnung ins Chaos? Wie man's nimmt:
"In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir erkennen, dass wir es mit einem gekoppelten nichtlinearen chaotischen System zu tun haben, und dass deshalb eine langfristige Vorhersage zukünftiger Klimazustände nicht möglich ist", lautet eine vielzitierte Passage aus dem 3. IPCC-Report von 2001.
Man kann weder das Wetter noch das Klima langfristig vorhersagen. Der "Zweifler" liegt also richtig, auch wenn er sich nicht ganz korrekt ausdrückt. Die Spitzfindigkeit des Schlaubergers ist hingegen völlig unangebracht, sofern sie über eine bloß terminologische Korrektur hinausgeht. Er merkt nämlich nicht, dass "Klima" ein Derivat aus vergangenem Wetter ist, und tut so, als sei es wurscht, ob man etwas im Nachhinein berechnet oder in die Zukunft projiziert.
Der Schlaue ist also wieder mal der Dumme, denn er hat nicht die geringste Ahnung von den Problemen, die schon bei der Ex-Post-Analyse auftreten - ganz zu schweigen von den Kalamitäten einer Prognose.
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Samstag, 23. Juli 2011
1 Jahr nach der Loveparade
erasmus von meppen, 15:45h
Aus gegebenem Anlass hier mein News-Magazine von 2010 zur Katastrophe bei der Loveparade. Expertenbefragung bizarr:
newsmagazine (mp3, 3,727 KB)
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Montag, 20. Juni 2011
Stoppt das Milchschnitten-Bashing!
erasmus von meppen, 10:19h
Ich staune immer wieder, mit welchem Ernst über Karnevalsvereine wie Foodwatch berichtet wird. Würde eine Einzelperson so verkleidet auf der Straße herumlaufen wie jüngst der als Milchschnitte verkleidete Foodwatch-Heini, würde man sie für eine der vielen Schizos halten, die ihre diversen Weltuntergangs-Botschaften mit viel Ramba-Zamba unters Volk bringen.
Der Mummenschanz von Foodwatch dient hingegen der guten Sache: "Ich will keine Werbelüge mehr sein", verkündet nämlich der Milchschnitten-Mann.
Ferrero wirbt für die Milchschnitte folgendermaßen: "Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch." Das ist eine durchaus zutreffende Beschreibung des Produkts.
An der Milchschnitte scheiden sich die Geschmacksgeister. Ich finde sie jedenfalls sehr lecker und pflege stets ein ganzes 5er-Pack davon auf einmal zu verputzen. Denn das Zeug frisst sich weg wie nix ("schmeckt leicht"); es belastet mich weder psychisch noch physisch. Ich werde durch meinen ständigen Milchschnitten-Abusus nicht einmal dick.
Laut Foodwatch soll ich aber ein ahnungsloses Opfer der bösen Lebensmittelindustrie sein. Die investigativen Aktivisten haben nämlich in mühevoller Kleinarbeit herausgefunden, dass die Milchschnitte viel Zucker und Fett enthält und sogar eine "kleine Torte" sei. O Graus! Das ist ja empörend! Zehntausende Internet-User haben das Naschwerk zum "Windbeutel des Jahres" gewählt. Die schändlich getäuschten Verbraucher dachten offensichtlich, die Milchschnitte sei ein kleiner Bratling und bestünde zu 100% aus Grünkern.
Gelogen hat Ferrero nirgendwo. Die Werbung suggeriert lediglich, dass es sich bei der Milchschnitte um ein kalorienarmes, leicht verdauliches Produkt handele. Das wundert mich überhaupt nicht, denn die Produzenten von Süßwaren möchten eben auch die riesige Zielgruppe der vom Schlankheits- und Verdauungswahn Besessenen erreichen. Deshalb sieht man in der Werbung für Süßwaren oft dünne junge Frauen durchs Bild hopsen, die keine Probleme mit der Verdauung haben. Oder eben Spitzensportler. Ist doch kein Drama. Eine Schokoladenfirma nennt sich bekanntlich seit Jahrzehnten "Ritter Sport". Schokolade ist nun einmal nahrhaft, gesund und bekömmlich. Regelmäßiger Schokoladenkonsum senkt das Herzinfarktrisiko.
Als nächstes laufen bestimmt zwei Foodwatschenmänner als lila Kuh verkleidet durch die Gassen und verkünden "Ich will keine Werbelüge mehr sein!" Diese Art von "Aufklärung" ist alberner als die Muppets-Show. Gegen das, was Foodwatch den lieben langen Tag zu suggerieren pflegt, sind die durchschaubaren kleinen Tricks der Werbung vollkommen harmlos.
Die "ernährungsbewussten" Vollidioten sind selber schuld, dass Firmen sich heute nicht mehr trauen, einfach auf den Genussfaktor ihres Produktes zu setzen. Alles muss heute "unbelastet" sein, weil die übersättigten Wohlstandsbürger in dem Luxuswahn leben, durch die Lebensmittelindustrie vergiftet zu werden. "Was kann man überhaupt noch guten Gewissens essen?", fragen sie ständig. Wenn es nach denen ginge, hieße die Antwort: nüscht!
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Der Mummenschanz von Foodwatch dient hingegen der guten Sache: "Ich will keine Werbelüge mehr sein", verkündet nämlich der Milchschnitten-Mann.
Ferrero wirbt für die Milchschnitte folgendermaßen: "Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch." Das ist eine durchaus zutreffende Beschreibung des Produkts.
An der Milchschnitte scheiden sich die Geschmacksgeister. Ich finde sie jedenfalls sehr lecker und pflege stets ein ganzes 5er-Pack davon auf einmal zu verputzen. Denn das Zeug frisst sich weg wie nix ("schmeckt leicht"); es belastet mich weder psychisch noch physisch. Ich werde durch meinen ständigen Milchschnitten-Abusus nicht einmal dick.
Laut Foodwatch soll ich aber ein ahnungsloses Opfer der bösen Lebensmittelindustrie sein. Die investigativen Aktivisten haben nämlich in mühevoller Kleinarbeit herausgefunden, dass die Milchschnitte viel Zucker und Fett enthält und sogar eine "kleine Torte" sei. O Graus! Das ist ja empörend! Zehntausende Internet-User haben das Naschwerk zum "Windbeutel des Jahres" gewählt. Die schändlich getäuschten Verbraucher dachten offensichtlich, die Milchschnitte sei ein kleiner Bratling und bestünde zu 100% aus Grünkern.
Gelogen hat Ferrero nirgendwo. Die Werbung suggeriert lediglich, dass es sich bei der Milchschnitte um ein kalorienarmes, leicht verdauliches Produkt handele. Das wundert mich überhaupt nicht, denn die Produzenten von Süßwaren möchten eben auch die riesige Zielgruppe der vom Schlankheits- und Verdauungswahn Besessenen erreichen. Deshalb sieht man in der Werbung für Süßwaren oft dünne junge Frauen durchs Bild hopsen, die keine Probleme mit der Verdauung haben. Oder eben Spitzensportler. Ist doch kein Drama. Eine Schokoladenfirma nennt sich bekanntlich seit Jahrzehnten "Ritter Sport". Schokolade ist nun einmal nahrhaft, gesund und bekömmlich. Regelmäßiger Schokoladenkonsum senkt das Herzinfarktrisiko.
Als nächstes laufen bestimmt zwei Foodwatschenmänner als lila Kuh verkleidet durch die Gassen und verkünden "Ich will keine Werbelüge mehr sein!" Diese Art von "Aufklärung" ist alberner als die Muppets-Show. Gegen das, was Foodwatch den lieben langen Tag zu suggerieren pflegt, sind die durchschaubaren kleinen Tricks der Werbung vollkommen harmlos.
Die "ernährungsbewussten" Vollidioten sind selber schuld, dass Firmen sich heute nicht mehr trauen, einfach auf den Genussfaktor ihres Produktes zu setzen. Alles muss heute "unbelastet" sein, weil die übersättigten Wohlstandsbürger in dem Luxuswahn leben, durch die Lebensmittelindustrie vergiftet zu werden. "Was kann man überhaupt noch guten Gewissens essen?", fragen sie ständig. Wenn es nach denen ginge, hieße die Antwort: nüscht!
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